Die Forderungen für die Jahresaktion 2003

Kinder lernen ständig – unter anderem auch in außerschulischen Kinderorganisationen, welche eine ganzheitliche Erfahrbarkeit von motorischen, sozialen, physischen und psychischen Fertigkeiten und Umgangsformen der Kinder fördern. Diese werden vor allem von ehrenamtlichen MitarbeiterInnen getragen. Nur durch eine finanzielle, politische und ideelle Unterstützung kann das gewährleistet werden.

  • Schule als Lebensraum!

Schule muss für Kinder ein Ort sein, an dem sie ohne Angst, Spaß am Lernen finden können. Die Mädchen und Buben sollen Schule als einen ganzheitlich auf sie ausgerichteten Lebensraum erfahren können, in dem sie Kinder bleiben dürfen und in ihrer Menschenwürde geachtet werden.

  • Bildung ist keine Ware – demokratisieren statt privatisieren

Der Zugang zu qualitätsvoller Bildung muss für alle Mädchen und Buben in armen und reichen Regionen der Welt gewährleistet sein und darf nicht abhängig gemacht werden von der Höhe des elterlichen Einkommens. Der Vorrang von Allgemeininteresse wie beste Qualität, solidarische Finanzierung und demokratische Mitbestimmung muss weltweit gegenüber den Interessen profitorientierter privater Bildungsanbieter/innen gesichert sein. Wir verstehen diese Forderung als Unterstützung der Stopp-GATS Kampagne.

  • Schulbildung ist ein Grundrecht für alle Kinder auch in Krisensituationen

Die Rechte der Kinderrechtskonvention sind unteilbar, sie gelten für alle Kinder. Auch Kinder in Krisensituationen (z. B. Flucht, Krieg) haben das Recht auf Ausbildung und dabei auf ausreichend psycho-soziale Betreuung (“education in emergencies”). Auch Österreich ist daher aufgefordert für (unbegleitete) minderjährige Flüchtlinge Maßnahmen zu setzen.

  • Verstärkte Förderung von entwicklungspolitischer Bildung- und Öffentlichkeitsarbeit

Eine gerechte Welt, in der es faire Lebenschancen für alle Menschen dieser Erde gibt, kann nur durch eine Veränderung bestehender Wirtschaftsstrukturen und Machtverhältnisse erreicht werden. Entwicklungspolitische Bildungsarbeit macht sich daher zur Aufgabe, eine Verbindung zwischen den Alltagserfahrungen der Menschen und weltweiten Ereignissen, Entscheidungen und Zusammenhängen bewusst zu machen. Ziel des “globalen Lernens” ist es, dafür Interesse zu wecken und die soziale, kulturelle und politische Kompetenz mit Blick auf die EINE WELT zu erweitern. Angebote zum interkulturellen Lernen sollen Verständnis und Wertschätzung anderen Kulturen gegenüber fördern. Wir fordern eine Erhöhung der Mittel für entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in Österreich.

  • 0,7% BIP für die öffentliche Entwicklungs-zusammenarbeit

Die Erfüllung der Ziele dieser Forderung sehen wir als einen Beitrag Österreichs für die Umsetzung der Forderung nach Zugang zu Bildung für alle.

  • Derzeit kann von weltweiter Gerechtigkeit keine Rede sein,

im Gegenteil hat sich die Kluft zwischen Arm und Reich in den letzten Jahren weiter vergrößert. Die KJSÖ fordert deshalb, dass Österreich das international vereinbarte Ziel, die Gelder für die öffentliche Entwicklungszusammenarbeit auf 0,7% des BIP (derzeit 0,22 %) zu erhöhen, endlich einlösen soll. Dazu soll die Regierung einen verbindlichen Stufenplan zur Erreichung dieser Ziele vorlegen. Das Ziel soll bis 2010 erreicht werden und damit auch ein effektiver Beitrag zur Erreichung der Milleniumsziele geleistet werden. Innerhalb des EZA-Budgets muss der Anteil der Programm- und Projekthilfe (der derzeit bei etwa 20% liegt) maßgeblich erhöht werden. Außerdem fordern wir eine bessere Koordination und eine einheitliche Strategie der österreichischen Entwicklungszusammenarbeit: Die bisherigen EZA-Mittel sollen in ein einheitliches Gesamtbudget zusammengelegt werden, das dann auch einheitlich verwaltet werden soll.
Die Regierung wird aufgefordert einen strukturierten Dialog mit allen beteiligten AkteurInnen aufzunehmen.