Kinder mischen mit! Mitreden und mitgestalten bei den Pfarrgemeinderatswahlen 2026

Kinder haben viele Ideen für ihre Pfarrei. Sie wissen, was ihnen Freude macht, was sie sich wünschen und wo sie sich gerne einbringen möchten. Die Pfarrgemeinderatswahlen im Herbst 2026 bieten eine gute Gelegenheit, Kindern eine Stimme zu geben und ihre Anliegen sichtbar zu machen.

Die Katholische Jungschar Österreichs hat dafür Kinder-Stimmzettel entwickelt. Anders als bei der offiziellen Wahl wählen Kinder keine Personen, sondern Themen, die ihnen besonders wichtig sind. So können sie ihre Wünsche und Anliegen einbringen und dem neu gewählten Pfarrgemeinderat mit auf den Weg geben.

Die Aktion macht deutlich: Kinder sind ein wertvoller Teil der Pfarrgemeinde. Sie gestalten Kirche schon heute mit und bringen wichtige Perspektiven ein. Wenn Kinder mitreden und mitgestalten dürfen, erleben sie, dass ihre Meinung zählt und sie Teil einer lebendigen Pfarrgemeinde sind.

So funktioniert die Aktion

Die Katholische Jungschar stellt die Kinder-Stimmzettel und weitere Materialien zur Verfügung. Die Stimmzettel können auf unterschiedliche Weise eingesetzt werden – zum Beispiel in der Jungscharstunde, bei einem Kinder- oder Familiengottesdienst oder im Rahmen einer Aktion in der Pfarrei.

Die ausgefüllten Stimmzettel werden gesammelt und ausgewertet. Die Ergebnisse werden anschließend dem neu gewählten Pfarrgemeinderat übergeben. Dieser ist eingeladen, sich mit den Anliegen der Kinder auseinanderzusetzen, Rückmeldung zu geben und Kinder – wenn möglich – auch bei der Umsetzung ihrer Ideen einzubeziehen.

Diese Themen können die Kinder wählen

Hier kann der Kinder-Stimmzettel heruntergeladen werden: Wahlzettel für Kinder

Die Kinder-Stimmzettel umfassen acht Themenbereiche:

  • Information direkt für mich
  • Feste
  • Natur und Umwelt
  • Mitbestimmung
  • Singen, spielen und kreativ sein
  • Bewegung, Sport und Erholung
  • Gottesdienstgestaltung
  • Andere Wünsche?

Einsatzmöglichkeiten

Die Kinder-Stimmzettel lassen sich auf vielfältige Weise verwenden:

  • In einer Gruppenstunde gemeinsam kennenlernen und ausfüllen. Die Ergebnisse können anschließend vorgestellt und gemeinsam besprochen werden.
  • Bei anderen Gelegenheiten an Kinder verteilen, z. B. bei der Ministrant:innenprobe, im Kinderchor.
  • Eine „Kinder-Ecke“ im Pfarrheim oder in der Kirche gestalten, wo die Stimmzettel ausliegen und Kinder ihre Stimme abgeben können.
  • Bei einem Kinder- oder Familiengottesdienst einen kurzen Schwerpunkt zum Thema Mitbestimmung setzen und die Kinder-Stimmzettel anschließend ausfüllen lassen.
  • Die Ergebnisse gemeinsam mit Kindern auswerten und dem Pfarrgemeinderat vorstellen.
  • Stimmzettel in der Pfarrkirche aufliegen lassen, bei den Gottesdiensten darauf hinweisen und zum Mitmachen einladen. Die ausgefüllten Stimmzettel können in eine Wahlurne oder einen Briefkasten geworfen werden.
  • Im Religionsunterricht das Thema Pfarrgemeinderatswahl behandeln und gemeinsam Anliegen für die Pfarrei sammeln.
  • Eltern, Großeltern, Pat:innen und andere Bezugspersonen einladen, den Stimmzettel gemeinsam mit den Kindern auszufüllen.
  • In der Kirche/Pfarrheim kann ein Plakat als „Wunschbaum oder Wunschwand“ gestaltet werden. Die Kinder schreiben zusätzlich zu ihrem Stimmzettel einen konkreten Wunsch auf ein Blatt und hängen ihn an einen gestalteten Wunschbaum.
  • Brief an den Pfarrgemeinderat: Die Kinder formulieren gemeinsam einen Brief mit ihren wichtigsten Anliegen und überreichen ihn persönlich.

Ziel der Aktion ist eine kinderfreundliche Pfarrei, in der Kinder und Jugendliche mitreden, mitgestalten und sich willkommen fühlen.

Methoden für die Gruppenstunde

Was wünschen wir uns für unsere Pfarrei?

Du brauchst: Moderationskarten oder bunte Blätter, Stifte, Plakat oder Pinnwand, Kinder-Stimmzettel, Wahlurne oder Sammelbox

So geht’s: In einer Gruppenstunde überlegen die Kinder gemeinsam: „Was wünschen wir uns für unsere Pfarrei?“ Zunächst sammelt jedes Kind Ideen. Das können ganz unterschiedliche Wünsche sein, zum Beispiel: mehr Spiele und Aktionen, kindgerechte Gottesdienste, Umweltprojekte, Ausflüge, Musik- und Kreativangebote, mehr Mitbestimmung, Feste für Kinder und Familien. Alle Vorschläge werden auf Karten geschrieben, anschließend gemeinsam vorgestellt und sortiert. So setzen sich die Kinder mit unterschiedlichen Anliegen und Themen rund um das Leben in der Pfarrei auseinander. Anschließend erhalten sie die Kinder-Stimmzettel. Nun können sie die Themen ankreuzen, die ihnen besonders wichtig sind, und bei Bedarf weitere Anliegen ergänzen.

Die Gruppenleiter:innen werten die Stimmzettel aus und stellen die Ergebnisse in der nächsten Gruppenstunde vor. Gemeinsam wird überlegt:

  • Welche Themen sind den Kindern besonders wichtig?
  • Welche Wünsche stecken dahinter?
  • Wie können diese Anliegen in unserer Pfarrei aufgegriffen werden?

Die Ergebnisse können anschließend in Form eines Briefes oder bei einem persönlichen Gespräch dem neuen Pfarrgemeinderat und dem Pfarrer vorgestellt werden.

Du bist gefragt!

Du brauchst: Schreib- und Bastelmaterialien, bunte Plakate, Stimmzettel, gute Laune und etwas Geduld

So geht’s: Die verschiedenen Themen des Kinder-Stimmzettels werden vorgelesen und an Kinder (bzw. Kleingruppen) verteilt. Die Kinder (bzw. Kleingruppen) beschäftigen sich jetzt mit ihrem jeweiligen Thema. Sie können ein Bild dazu malen, ein Plakat gestalten oder sich ein paar konkrete Ideen dazu einfallen lassen. Danach stellen sie ihr jeweiliges Thema ganz kurz der Gruppe vor. Nachdem alle sieben Themen vorgestellt wurden, werden die Stimmzettel verteilt. Die Kinder können bis zu drei Themenfelder ankreuzen. Im Anschluss an die Wahl werden die Stimmen ausgezählt und das Ergebnis zuerst den Kindern und dann der ganzen Pfarrgemeinde (z.B. bei einem Sonntags- oder Familiengottesdienst) vorgestellt.

Vier-Ecken-Spiel: Was ist mir wichtig?

Du brauchst: Vier Blätter oder Plakate mit den Aufschriften:

  • ⭐ Das ist mir sehr wichtig.
  • 🙂 Das ist mir eher wichtig.
  • 😐 Das ist mir weniger wichtig.
  • ❌ Das brauche ich nicht.

Diese werden jeweils in einer Ecke des Raumes aufgehängt.

So geht’s: Die Gruppenleiter:innen erklären den Kindern, dass sie nun überlegen, welche Themen ihnen für das Leben in ihrer Pfarrei wichtig sind. Anschließend werden nacheinander verschiedene Themen vorgelesen. Das können die acht Themen des Kinder-Stimmzettels sein. Nach jedem vorgelesenen Thema überlegen die Kinder kurz und stellen sich anschließend in die Ecke, die ihre Meinung am besten ausdrückt. Sind alle angekommen, dürfen einzelne Kinder erzählen, warum sie sich für diese Ecke entschieden haben. Wichtig ist dabei, dass es keine richtigen oder falschen Antworten gibt – unterschiedliche Meinungen sind ausdrücklich erwünscht. Die Gruppenleiter:innen können mit offenen Fragen nachfragen, zum Beispiel:

  • Warum ist dir dieses Thema besonders wichtig?
  • Was wünschst du dir dazu?
  • Hast du ein konkretes Beispiel?
  • Was müsste passieren, damit dieses Thema für Kinder noch besser wird?

Nachdem alle Themen besprochen wurden, erhalten die Kinder die Kinder-Stimmzettel. Nun fällt es ihnen oft leichter, ihre drei wichtigsten Themen auszuwählen, weil sie sich bereits intensiv mit allen Bereichen auseinandergesetzt haben.

Ideen für die Zeit nach der Wahl

Besonders schön wäre es, wenn die Beteiligung nicht mit dem Ausfüllen der Stimmzettel endet. Zum Beispiel könnten:

  • Vertreter:innen des Pfarrgemeinderats eine Gruppenstunde stunde besuchen und mit den Kindern über die Ergebnisse sprechen.
  • Kinder zu einer Pfarrgemeinderatssitzung eingeladen werden, um ihre Anliegen selbst vorzustellen.
  • Ein Jahr später gemeinsam überprüft werden: „Welche unserer Wünsche wurden umgesetzt?“
  • Die Pfarrei eine kleine „Ideen-Challenge“ starten und bewusst ein oder zwei Anliegen der Kinder im ersten Jahr der Amtszeit umsetzen.

Gerade dieser letzte Schritt macht aus der Aktion echte Partizipation: Kinder erleben, dass ihre Meinung nicht nur gehört, sondern auch ernst genommen wird.

Gut zu wissen: Die Kinder-Stimmzettel sind keine offizielle Wahl, sondern eine Beteiligungsaktion. Kinder wählen keine Personen, sondern bringen ihre Wünsche und Anliegen für das Pfarrleben ein. Ziel ist es, dass ihre Stimme bei den Entscheidungen des neuen Pfarrgemeinderats