Ministrieren

Corona-Richtlinien beim Ministrieren

Das Ministrieren ist ein wichtiger und wertvoller Dienst im Gottesdienst. Es ist schön, wenn sich Minigruppen wieder treffen und Gemeinschaft pflegen.
Zum Schutz der Gesundheit müssen einige Corona-Richtlinien eingehalten werden. Die Richtlinien haben wir in diesem Dokument zusammengefasst:

Mini Leitfaden Corona Sept 2020

Mini sein – Was ist das?

Das Ministrieren ist ein liturgischer Dienst in der römisch-katholischen Kirche. Ein jeder Gottesdienst lebt von seinen Teilnehmenden, die aktiv mitwirken.

Heutzutage ja, aber das war nicht immer so. Früher gab es sogenannte Privatmessen, bei denen nicht immer Gläubige anwesend waren. Deshalb brauchte es „Hilfskleriker“, die sogenannten Ministri. Sie gaben anstelle der Gemeinde Antworten auf die Zurufe des Priesters.

Durch die Entwicklung des Ministrantendienstes im Zusammenhang mit der Klerikerausbildung war der Dienst bis in die 1970er-Jahre männlichen Katholiken vorbehalten. Heute ist diese Aufgabe selbstverständlich für Mädchen und Buben, Frauen und Männer offen.

„Ministrieren“ kommt vom lateinischen „ministrare“ und heißt „dienen, helfen“. Ministrantinnen und Ministranten (kurz: Minis) übernehmen einen zweifachen Dienst: für Gott und für die Pfarrgemeinde. Ministranten sind bei Eucharistiefeiern, Wort-Gottes-Feiern wie auch sonstigen liturgischen Feiern im Einsatz, indem sie:

  • aktiv an der Liturgie mitfeiern und mitwirken,
  • den Festcharakter des Gottesdienstes durch Kleidung, Farben und Bewegung betonen,
  • Handlungen und religiöse Vollzüge durch Weihrauch, Leuchter und Glocken unterstreichen,
  • als Vorbilder für Gottesdienstteilnehmende agieren und
  • mitverantwortlich für das gute Gelingen und den geordneten Ablauf sind.

Mini werden? Lernen fürs Leben

Minis dürfen Gottesdienste und liturgische Feiern aus unmittelbarer Nähe kennenlernen und zugleich ihren eigenen Glauben neu entdecken und vertiefen. Dadurch wird die religiöse Ausdruckskraft gefördert und Symbole und Riten werden neu erschlossen. Nebenbei üben Kinder und Jugendliche sehr früh in der Öffentlichkeit vor einer größeren Anzahl an Menschen zu agieren und gewinnen so Selbstsicherheit und Selbstvertrauen.

Neben dem Dienst im Kirchenraum sind der Spaß und die Begeisterung in einer Gemeinschaft genauso wichtig. Erlebbar wird Glaube vor allem dort, wo Kinder und Jugendliche voneinander lernen und Erfahrungen der Gegenwart Gottes machen.

Jung und Alt sind gemeinsam auf dem Weg, unterstützen sich, tauschen sich aus und schließen Freundschaften. So kann das Mini-Sein eine Bereicherung und ein Mehrwert für die Entwicklung eines jungen Menschen sein.

In den meisten Pfarrgemeinden ist der Mini-Dienst generationsübergreifend. Er beginnt nach dem Empfang der Erstkommunion und hat keine Altersobergrenze. Ältere Minis werden selbst gerne Leiterinnen und Leiter von Minigruppen und dürfen so Verantwortung übernehmen: Sie planen Aktionen, begleiten neue Minis und unterstützen sie in ihrem Tun. So kann aus einer Aufgabe ein Hobby werden. Ältere Minis können eine Mini-Patenschaft für jüngere übernehmen. Der Pate kann vom jüngeren Mini gewählt oder gelost werden. Dabei ist der Ältere für den Jüngeren eine Ansprechs- und Vertrauensperson. Aufgabe des Paten ist die Integration in die Minigruppe und ein Helfen bei liturgischen Diensten.

Ministrieren – ein Ehren-Amt

Ein Dorf, eine Pfarrei, eine Gemeinschaft ist lebendig, wenn es Freiwillige gibt, die sich für andere einsetzen, mitdenken, mitreden, mitgestalten, mitwirken und mitarbeiten. Der Mini-Dienst ist so eine Aufgabe: Kinder und Jugendliche schenken unentgeltlich ihre Zeit zur Ehre Gottes und zur Freude der Menschen. Er gilt als kirchliches Ehrenamt.

Eine Aufgabe ist immer zugleich eine Verpflichtung. Kinder und Jugendliche lernen Verantwortung zu übernehmen und da zu sein, wenn sie gebraucht werden, denn es kommt auf jede Einzelne und jeden Einzelnen an. Dieses Engagement muss wertgeschätzt werden. Gezeigte Dankbarkeit von Seiten der Pfarrgemeinde, wie auch der Familie, bereichert und motiviert zum Weitermachen. Wenn man das Gefühl hat, der eigene Einsatz wird geschätzt, ist ein Ehrenamt zwar gratis, aber nicht umsonst.

Welche Rolle haben Eltern?

Kinder brauchen in ihrem Tun und bei ihren Aufgaben Unterstützung. So ist es auch im Minidienst. Eltern sollen hinter ihrem Kind stehen, ihm Vertrauen zusprechen und seine Anliegen mittragen. Dies kommt zum Ausdruck, wenn gemeinsam über Glauben und religiöse Fragen diskutiert und der eigene Zugang zum Glauben zur Sprache gebracht wird.

Es ist wichtig, Kinder regelmäßig zum Gottesdienst zu begleiten. Dabei kann es schon Mal passieren, dass der geplante Sonntagsausflug oder das Familienprogramm an den Dienstplan angepasst werden muss. Eltern sollen sich gemeinsam mit dem Kind bemühen, pünktlich zu sein, Termine wahrzunehmen und bei einer eventuellen Abwesenheit den Verantwortlichen Bescheid zu geben.

Oftmals bietet sich durch den Mini-Dienst des Kindes für Eltern ein neuer Zugang zum Leben in der Pfarrgemeinde. So kann das Ministrieren eine tolle Erfahrung für die ganze Familie werden.

In vielen Pfarreien werden zur Förderung der Gemeinschaft Gruppenstunden angeboten. Eltern sind aufgerufen, die Mini-Gruppe zu unterstützen und die Teilnahme zu diesen Gruppenstunden zu ermöglichen. Wenn irgendwann die Begeisterung und das Interesse bei den Kindern schwinden, ist das eine normale Entwicklung. Wichtig ist dabei, die Freiwilligkeit zu betonen und niemals die Aufgabe zum Zwang werden zu lassen.

Minis und Jungschar sind eins!

Neben den Jungschargruppen gehören das Ministrieren und das Sternsingen zum Aufgabenfeld der Katholischen Jungschar Südtirols mit über 9000 Kindern, die von rund 1900 Gruppenleiterinnen und Gruppenleitern betreut werden. Alle Bereiche vertreten dasselbe Grundverständnis von Kinderpastoral: sie wollen den Kindern einen Platz und eine Stimme in der Kirche geben.

Die Katholische Jungschar Südtirols verbindet seit 1953 diese drei Gruppen, sodass die Mädchen und Buben darin voneinander lernen, sich gegenseitig bereichern und in Austausch treten können. Im Jungscharbüro sind theologische, pädagogische und organisatorische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für dich da!

Durch diese Vielfalt eröffnen sich für Minigruppen neue Möglichkeiten. Einerseits werden Unterlagen konkret für sie ausgearbeitet, andererseits können sie an Aktionen teilnehmen, die viele 100 Kinder und Jugendliche zusammenholt: Ein Erlebnis, das vor Ort nicht immer möglich ist!

Quelle: Minis – Ein Leitfaden für Eltern, herausgegeben von der Katholischen Jungschar Südtirols, Bozen 2019

Mini-Gebet

Jesus Christus,
bei den Minis sind wir eine Gemeinschaft,
die nach deinem Vorbild leben möchte.
Gemeinsam können wir Freundschaft und Freude erleben.
Miteinander fallt es uns auch leichter,
Schwierigkeiten zu Überwinden.
Wir dürfen spüren,
dass du immer bei uns bist.
Diese Freude
wollen wir weitergeben.
Amen.