Methoden für die Gruppenstunde
Was wünschen wir uns für unsere Pfarrei?
Du brauchst: Moderationskarten oder bunte Blätter, Stifte, Plakat oder Pinnwand, Kinder-Stimmzettel, Wahlurne oder Sammelbox
So geht’s: In einer Gruppenstunde überlegen die Kinder gemeinsam: „Was wünschen wir uns für unsere Pfarrei?“ Zunächst sammelt jedes Kind Ideen. Das können ganz unterschiedliche Wünsche sein, zum Beispiel: mehr Spiele und Aktionen, kindgerechte Gottesdienste, Umweltprojekte, Ausflüge, Musik- und Kreativangebote, mehr Mitbestimmung, Feste für Kinder und Familien. Alle Vorschläge werden auf Karten geschrieben, anschließend gemeinsam vorgestellt und sortiert. So setzen sich die Kinder mit unterschiedlichen Anliegen und Themen rund um das Leben in der Pfarrei auseinander. Anschließend erhalten sie die Kinder-Stimmzettel. Nun können sie die Themen ankreuzen, die ihnen besonders wichtig sind, und bei Bedarf weitere Anliegen ergänzen.
Die Gruppenleiter:innen werten die Stimmzettel aus und stellen die Ergebnisse in der nächsten Gruppenstunde vor. Gemeinsam wird überlegt:
- Welche Themen sind den Kindern besonders wichtig?
- Welche Wünsche stecken dahinter?
- Wie können diese Anliegen in unserer Pfarrei aufgegriffen werden?
Die Ergebnisse können anschließend in Form eines Briefes oder bei einem persönlichen Gespräch dem neuen Pfarrgemeinderat und dem Pfarrer vorgestellt werden.
Du bist gefragt!
Du brauchst: Schreib- und Bastelmaterialien, bunte Plakate, Stimmzettel, gute Laune und etwas Geduld
So geht’s: Die verschiedenen Themen des Kinder-Stimmzettels werden vorgelesen und an Kinder (bzw. Kleingruppen) verteilt. Die Kinder (bzw. Kleingruppen) beschäftigen sich jetzt mit ihrem jeweiligen Thema. Sie können ein Bild dazu malen, ein Plakat gestalten oder sich ein paar konkrete Ideen dazu einfallen lassen. Danach stellen sie ihr jeweiliges Thema ganz kurz der Gruppe vor. Nachdem alle sieben Themen vorgestellt wurden, werden die Stimmzettel verteilt. Die Kinder können bis zu drei Themenfelder ankreuzen. Im Anschluss an die Wahl werden die Stimmen ausgezählt und das Ergebnis zuerst den Kindern und dann der ganzen Pfarrgemeinde (z.B. bei einem Sonntags- oder Familiengottesdienst) vorgestellt.
Vier-Ecken-Spiel: Was ist mir wichtig?
Du brauchst: Vier Blätter oder Plakate mit den Aufschriften:
- ⭐ Das ist mir sehr wichtig.
- 🙂 Das ist mir eher wichtig.
- 😐 Das ist mir weniger wichtig.
- ❌ Das brauche ich nicht.
Diese werden jeweils in einer Ecke des Raumes aufgehängt.
So geht’s: Die Gruppenleiter:innen erklären den Kindern, dass sie nun überlegen, welche Themen ihnen für das Leben in ihrer Pfarrei wichtig sind. Anschließend werden nacheinander verschiedene Themen vorgelesen. Das können die acht Themen des Kinder-Stimmzettels sein. Nach jedem vorgelesenen Thema überlegen die Kinder kurz und stellen sich anschließend in die Ecke, die ihre Meinung am besten ausdrückt. Sind alle angekommen, dürfen einzelne Kinder erzählen, warum sie sich für diese Ecke entschieden haben. Wichtig ist dabei, dass es keine richtigen oder falschen Antworten gibt – unterschiedliche Meinungen sind ausdrücklich erwünscht. Die Gruppenleiter:innen können mit offenen Fragen nachfragen, zum Beispiel:
- Warum ist dir dieses Thema besonders wichtig?
- Was wünschst du dir dazu?
- Hast du ein konkretes Beispiel?
- Was müsste passieren, damit dieses Thema für Kinder noch besser wird?
Nachdem alle Themen besprochen wurden, erhalten die Kinder die Kinder-Stimmzettel. Nun fällt es ihnen oft leichter, ihre drei wichtigsten Themen auszuwählen, weil sie sich bereits intensiv mit allen Bereichen auseinandergesetzt haben.
Ideen für die Zeit nach der Wahl
Besonders schön wäre es, wenn die Beteiligung nicht mit dem Ausfüllen der Stimmzettel endet. Zum Beispiel könnten:
- Vertreter:innen des Pfarrgemeinderats eine Gruppenstunde stunde besuchen und mit den Kindern über die Ergebnisse sprechen.
- Kinder zu einer Pfarrgemeinderatssitzung eingeladen werden, um ihre Anliegen selbst vorzustellen.
- Ein Jahr später gemeinsam überprüft werden: „Welche unserer Wünsche wurden umgesetzt?“
- Die Pfarrei eine kleine „Ideen-Challenge“ starten und bewusst ein oder zwei Anliegen der Kinder im ersten Jahr der Amtszeit umsetzen.
Gerade dieser letzte Schritt macht aus der Aktion echte Partizipation: Kinder erleben, dass ihre Meinung nicht nur gehört, sondern auch ernst genommen wird.
Gut zu wissen: Die Kinder-Stimmzettel sind keine offizielle Wahl, sondern eine Beteiligungsaktion. Kinder wählen keine Personen, sondern bringen ihre Wünsche und Anliegen für das Pfarrleben ein. Ziel ist es, dass ihre Stimme bei den Entscheidungen des neuen Pfarrgemeinderats