Mi-Do: Eine Herzensangelegenheit

By 21. Juli 2016Juni 16th, 2017Sternsingenprojekte

„MI-DO“ – so nennt sich eine Initiative des gemeinnützigen Vereins für Entwicklungszusammenarbeit Etica Mundi, welche seit Oktober 2013 besteht. „MI-DO“ steht für „micro donation“, was Mikrospende bedeutet. Es handelt sich hierbei um eine Spendenplattform, über die Geld gesammelt wird, um herzkranken Kindern und jungen Erwachsenen in Zentral-West-Afrika den Zugang zu medizinischer Versorgung und Operationen zu ermöglichen.
Angefangen hat alles im Sommer 2012 als Claudia von Lutterotti und Andrea Maria Zeller, beide Mitglieder des Vereins, nach Kamerun gereist sind, um die Mission der Tertiarschwestern des Hl. Franziskus zu besuchen. Dort lernten sie das seit 2009 bestehende Cardiac Center in Shisong kennen, ein nach westlichen Standards eingerichtetes Herzzentrum. Das Herzzentrum ist für die Ärmsten gedacht. „Als wir dort waren, sind wir durch leere Operationssäle gegangen. Es wurden keine Operationen durchgeführt, weil zum einen die finanziellen Mittel für die Operationen gefehlt haben und zum anderen kein ständiger Arzt vor Ort war“, erklärt Andrea Maria Zeller.

In Kamerun gibt es keine öffentliche Krankenversicherung, d. h. alle Gesundheitskosten müssen die Menschen aus eigener Tasche bezahlen. Wer kein Geld hat, kann deshalb auch keine lebensrettende oder gesundheitserhaltende Behandlung bekommen. Dabei wäre dies für viele Menschen notwendig. „In Afrika werden angeborene Herzfehler sehr spät oder gar nicht erkannt. Erworbene Herzfehler sind häufiger als in Europa, weil es oft vorkommt, dass Infektionen nicht richtig ausgeheilt werden“, erklärt Andrea Maria Zeller. Nicht selten kommen deshalb Eltern mit ihren Kindern und junge Erwachsene ins Herzzentrum, weil sie dringend eine Operation brauchen.

Ein Jahr nach dem Besuch in Kamerun von Claudia von Lutterotti und Andrea Maria Zeller ist die Spendenplattform „MI-DO“ online gegangen. Es konnten bisher 43 Operationen mit Spendengeldern finanziert werden. „Eine Operation kostet ein Fünftel dessen, was sie bei uns in Europa kosten würde: 6.107 Euro. Hier ist die Operation, der Aufenthalt im Krankenhaus, die Vor- und Nachbereitung sowie die Medikamente enthalten“, sagt Andrea Maria Zeller.
Die Operationen können durchgeführt werden, weil viele Ärzte aus Europa für mehrere Wochen ins Herzzentrum kommen und sich dort ehrenamtlich engagieren. Mittlerweile gibt es auch einen jungen afrikanischen Herz-Chirurgen, der seit 2015 im Herzzentrum angestellt ist. Somit ist es möglich, laufend Operationen durchzuführen, sofern ein Anästhesist oder eine Anästhesistin anwesend ist. „Auch hier sind wir auf ehrenamtliche Hilfe angewiesen“, meint Andrea Maria Zeller.

Finanziell unterstützt wird die Initiative „MI-DO“ mit Spendengeldern der Aktion Sternsingen der Katholischen Jungschar Südtirols, eines Franziskanerordens aus Amerika und vielen weiteren Spenden von vielen hilfsbereiten Südtirolerinnen und Südtirolern.

Weitere Infos zum Projekt gibt es unter: www.mi-do.org