Hilfe für benachteiligte Kinder in Ecuador

By 21. Juli 2016Juni 16th, 2017Sternsingenprojekte

Ecuador ist ein Land, in dem viele Menschen von Armut betroffen sind. Besonders der Süden der Hauptstadt Quito, wo viele indigene Völker leben. Sie stammen aus einem anderen Kulturkreis und sprechen eine andere Sprache, dadurch werden sie häufig Opfer von Diskriminierung. Der indigenen Bevölkerung wird das Leben nicht leicht gemacht. Es wird ihnen der Zugang zu Bildung und zum Gesundheitssystem verwehrt. Die hohe Arbeitslosigkeit führt zu Armut und Begleiterscheinungen, wie Alkoholismus, zerrüttete und entwurzelte Familien. Diejenigen, die darunter leiden, sind vor allem die Kinder und Jugendlichen.

Vor mehr als 25 Jahren hat Irma Gomez, eine Frau aus der Stadt, die Idee gehabt eine Schule für die indigenen Kinder und Jugendlichen zu errichten. Sie hat bemerkt, dass viele von ihnen den ganzen Tag auf der Straße verbringen, nicht zur Schule gehen und ihren Eltern bei der Arbeit helfen. So kam es, dass 1990 die Schule inmitten des großen Marktes von Quito aufgebaut wurde.
Derzeit gehen rund 200 Kinder und Jugendliche zwischen 5 und 19 Jahren auf diese Schule. „Die Nachfrage ist sehr groß, aber aufgrund mangelnder Kapazitäten musste die Anzahl bereits limitiert werden“, erzählt die Südtirolerin Magdalena Fischnaller, die 2012 und 2013 mehrere Monate in der Schule unterrichtet hat. Zudem ist die Schule zur Hälfte öffentlich, zur Hälfte privat, d. h. das Bildungsministerium finanziert nur einen Teil der Lehrerkosten. „Die andere Hälfte wird durch Spenden finanziert. Eltern, Partnerorganisationen usw., leisten Beiträge für kleinere Spesen. Da die Lehrergehälter aber auf diese Weise nicht abgedeckt werden können, ist es nötig, dass auch ausländische Organisationen helfen. Ich bin extrem dankbar, dass ich mithilfe von Spendengeldern der Aktion Sternsingen die Schule unterstützen konnte“, betont Fischnaller.

Die Lehrpersonen, die an der Schule unterrichten, stammen teilweise selbst aus schwierigen Verhältnissen. Sie kennen die schwierigen sozialen und gesundheitlichen Situationen der Kinder und Jugendlichen und versuchen deshalb umso mehr auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Viele Kinder kommen in der Früh schon von der Arbeit. Sie sind mangelernährt, oft nicht gewaschen und müde. Viele nehmen ihre jüngeren Geschwister mit in die Schule, für die sie schon mit sieben Jahren selbst verantwortlich sein müssen. Da braucht es Lehrkräfte mit ganzheitlichem Einsatz, die bereit sind ganz viele Kompromisse einzugehen.
Eine Besonderheit der Schule ist, dass neben Spanisch und Englisch auch die Muttersprache der Kinder und Jugendlichen unterrichtet wird: Quechua. Den Schülerinnen und Schülern wird zudem beigebracht, dass sie sich nicht für ihre Herkunft schämen müssen, sondern stolz auf ihre Kultur sein können. Im Unterricht wird deshalb sehr viel Wert auf die Geschichte ihrer Kultur, die Tänze und Gesänge gelegt. So kann die kulturelle Identität der Indigenas erhalten bleiben.

„Ein wichtiges Ziel ist es, die Schule auch in Zukunft existieren zu lassen. Es wird versucht, irgendwann nicht mehr von Spenden abhängig zu sein. Auch im Bereich Infrastruktur möchte man noch vieles umsetzen. So soll es irgendwann eine Musikwerkstatt in der Schule geben, damit auch die traditionelle Musik weiterhin bewahrt werden kann. Auch im Bereich Ernährung wird versucht, den Kindern und Jugendlichen eine warme und gesunde Mahlzeit zu bieten“, erklärt Magdalena Fischnaller.