Die Massai sind ein Hirtenvolk, welche in weiten Ebenen im Süden Kenias sowie im Nordosten Tansanias beheimatet sind. Aufgrund ihrer seit Generationen halbnomadischen Lebensweise und ihrer auffallenden Kleidung zählen sie zu den bekanntesten Ethnien Ostafrikas. Dennoch steht das Volk vor großen Herausforderungen. Die afrikanischen Regierungen verkaufen immer mehr Land an Private und in vielen Gebieten wird das Straßennetz weiter ausgebaut. So sind die Massai gezwungen vermehrt ihre Territorien zu verlassen.

Die Eppanerin Irma Werth hat vor sieben Jahren zum ersten Mal Bekanntschaft mit einem Massai-Volk in Tansania gemacht. Auf Sansibar lernte sie den Massai-Krieger Rokonga kennen. Er war es, der ihr die Kultur der Massai näher gebracht hat, die sie bis heute schätzen und lieben gelernt hat. Es war ihr von Anfang an ein großes Anliegen, den bedrängten Halbnomaden zu helfen.  

Das Leben der Massai
Die Massai führen ein sehr einfaches Leben. Sie sind als Krieger und Viehhirten bekannt. Frühmorgens machen sich die Massai-Männer auf den Weg, suchen Wasserstellen auf, um Trinkwasser für Mensch und Tier zu besorgen. Die Männer nehmen dafür stundenlange Fußmärsche auf sich und kehren am Abend wieder in ihr Heimatdorf zurück. Wichtige Begleiter sind dabei ihre Rinder, die für die Massai sehr wertvoll sind: Je mehr ein Mann besitzt, desto reicher ist er und umso mehr Frauen kann er sich leisten. Die Massai-Frauen hingegen sammeln Holz, kochen und stellen Schmuck her, der dann verkauft wird.

Im Einsatz für die Menschen in Kileguru
In den vergangenen Jahren ist es Irma Werth gelungen gleich mehrere Projekte in Kileguru, dem Heimatdorf von Rokonga, umzusetzen. So wurde dank der finanziellen Unterstützung des Amtes für Kabinettsangelegenheiten der Autonomen Provinz Bozen ein Brunnen gebaut sowie eine Schmutzwasserpumpe angekauft, um so die Wasserversorgung der Massai zu verbessern. Dank zahlreicher Südtiroler Unterstützerinnen und Unterstützer konnte zudem ein kleines Mädchen am Arm operiert werden und eine kleine Mädchenschule gebaut werden.
„An mehreren Orten in Südtirol kann ich den Schmuck der Massai-Frauen ausstellen und verkaufen. Der gesamte Erlös geht dann an die Projekte in Kileguru. Man sieht, dass man mit nur wenig Aufwand Menschen helfen kann, denen es nicht gut geht“, sagt Irma Werth.

Die Kirche im Dorf
Ein neues Projekt, welches unter anderem mit Spendengeldern der Aktion Sternsingen der Katholischen Jungschar Südtirols finanziert wird, ist die Kirche im Dorf. Die alte Kirche war viel zu klein und in einem sehr schlechten Zustand. Aus diesem Grund hat Irma Werth gemeinsam mit Freunden eine Bausteinaktion ins Leben gerufen, welche den Bau in den nächsten Monaten ermöglichen soll. Jeder Baustein kostet 10 Euro und jeder, die einen oder mehrere Bausteine kauft, kann sich in einem Buch eintragen lassen, welches dann in der Kirche aufliegen wird.
Mit dem Bau der Kirche wurde bereits begonnen, im Oktober 2016 fand die Grundsteinlegung statt.