Verabschiedungsfeier

Ehre, wem Ehre gebührt! 

Minigruppen freuen sich immer über neue Mitglieder und die Miniaufnahme wird oft sehr feierlich begangen. Wenn Minis die Gemeinschaft verlassen, passiert das dagegen oft sang- und klanglos. Dabei ist nicht viel Aufwand nötig, um das Engagement in der Gemeinschaft vor einem Austritt angemessen zu würdigen.

Wie wichtig einer Gemeinschaft ihre Mitglieder sind, sieht man an vielen kleinen Zeichen der Wertschätzung und insbesondere dann, wenn eine Person ihren Austritt erklärt. Wirf mal einen Blick auf deine Minigruppe: Gibt es Abschiedsfeiern? Gibt es Geschenke und / oder Worte des Dankes?

Vielleicht gehörst du auch zu den vielen, die sagen: „Klar sind mir die anderen Minis wichtig! Aber so richtig offiziell verabschieden wir nur langgediente Gruppenleiter …“ Wenn dem so ist, solltet ihr schleunigst beginnen, euch mit eurer Verabschiedungskultur auseinanderzusetzen. Wer euch wirklich wichtig ist, hat auch eine angemessene Verabschiedung verdient.
Im Folgenden findest du ein paar Anregungen.

1.Habt Mut zu Abschieden!

In Minigemeinschaften gibt es oft Minis, die zwar noch auf der Mitgliederliste stehen, aber weder zum Dienst noch zu anderen Aktivitäten erscheinen. Manchmal gibt es auch Verärgerung über Minis, die z. B. nur zum begehrten Ferienlager kommen, aber nie am Altar zu sehen sind.

Nehmt euch ein Herz und verabschiedet euch von Minis, die nicht mehr wirklich dabei sind. Dazu braucht ihr:

  • klare und transparente Regeln einer Gemeinschaft (z. B.: Wer dabei sein will, muss auch am Altar dienen oder in den Gruppenstunden präsent sein).
  • eine Leitungsperson, die die Anwesenheit der Minis im Blick hat, ohne ständig alles zu kontrollieren.
  • eine Leitungsperson, die mit unzuverlässigen Minis klärende Gespräche führt und je nach Gespräch gemeinsam mit dem Mini zum Ergebnis kommt, dass ein Abschied sinnvoller ist als ein inaktives „Herumdümpeln“.

Abschiede von Menschen, die keine große Motivation mehr haben, sind oft sehr befreiend für alle. Denn es wird das offiziell bestätigt, was eigentlich jedem schon klar ist.

2.Würdigt JEDEN Abschied!

Es kommt immer wieder vor, dass Kinder nach ein oder zwei Jahren merken, dass sie keine Lust oder Zeit mehr für den Minidienst und die -gemeinschaft haben. Das ist sehr schade, sollte aber nicht dazu führen, dass diese unbemerkt auf einmal weg sind. Auch Minis, die nur kurze Zeit dabei waren, haben die Gemeinschaft bereichert. Das solltet ihr ihnen zum Abschied mitgeben.

3.Entscheidet euch bewusst für die Art der Gestaltung von Abschieden!

Eine Verabschiedungskultur kann sehr unterschiedlich ausgeprägt sein. Wichtig ist, dass ihr euch bewusst entscheidet und ein für euch stimmiges Konzept entwickelt. Bezieht folgende Gedanken in eure Überlegungen mit ein:

  • Wen wollen wir wie verabschieden?
    Wie verabschieden wir Minis, die ein oder zwei Jahren dabei waren? Wie verabschieden wir Minis, die mehrere Jahre dabei waren? Wie verabschieden wir langgediente Minis, die auch als Leitende aktiv waren? Die Bandbreite reicht von einer kurzen Verabschiedung mit Worten des Dankes und einem kleinen Geschenk am Ende einer Gruppenstunde bis hin zu einer Verabschiedung im Gottesdienst mit anschließendem Abschiedsfest.Die Form der Verabschiedung sollte dabei mit Blick auf die Dauer und das Engagement der / des Abschiednehmenden stimmig sein.
  • Wenn wir eine Verabschiedungsfeier wollen, wie soll diese aussehen?
    Eine Verabschiedung im Rahmen eines Gottesdienstes ist ein passendes Zeichen, da dieser für euch als Minis ein wichtiger Ort ist. Daneben ist auch ein Fest im Rahmen einer Gruppenstunde sehr stimmig, da diese oft auch wichtig für die Gemeinschaft ist. Außerdem lässt diese eine ausführlichere Verabschiedung zu. Beide Formen haben ihre Vorzüge und können mit sehr unterschiedlichen Ideen gefüllt werden.
  • Wollen wir ein Abschiedsgeschenk und wie soll dieses aussehen?
    Neben einer handgeschriebenen Kartekönnt ihr etwas verschenken. Den Wert dieses Geschenks solltet ihr nicht nur an der Finanzierbarkeit ausrichten, sondern auch am Engagement der Person, die Abschied nimmt.
    Achtung, es gibt immer auch ein „zu viel“ und ein „zu wenig“! Ein Ministrant, der nach einem Jahr geht, wäre vermutlich irritiert, wenn er einen Buchgutschein im Wert von 40,00 Euro bekäme. Dagegen wäre es peinlich, einer Gruppenleiterin, die 15 Jahre in der Gemeinschaft war, zu ihrem Abschied einen Eisgutschein von zwei Euro zu schenken.

4.Haltet anstehende Abschiede im Blick!

Je nach Art der Verabschiedung, für die ihr euch entscheidet, braucht ihr für die Vorbereitung Zeit. Wenn ihr daher in der Leiterrunde gemeinsam im Blick habt, wer seinen Abschied angekündigt hat, bekommt ihr keine Planungsprobleme.

5.Überlegt euch ritualisierte Abläufe und Standards!

Es hilft, wenn ihr euch einmal einen stimmigen Ablauf für eine Verabschiedung überlegt und diesen Ablauf dann immer in einer ähnlichen Weise durchführt. Das macht in der Summe weniger Arbeit und jeder weiß, was passieren wird. Auch hilft es, Beträge für Geschenke einmal festzulegen oder sogar ein einheitliches Abschiedsgeschenk anzuschaffen. Standards und Rituale für den „Normalfall“ schaffen Sicherheit und sorgen für eine Gleichbehandlung der Minis.

6.Verabschiedet besondere Menschen auch besonders!

Bei besonderen Verabschiedungen könnt und sollt ihr vom Ritual und vom Standard-Geschenk abweichen. Ein langgedienter Gruppenleiter, der besonders viel geleistet hat, sollte dies bei seiner Verabschiedung deutlich spüren können.

7.Schafft die Chance einer „passiven“ Mitgliedschaft!

Abschiede fallen nicht leicht, weil sie etwas Endgültiges haben. Das muss bei euch nicht so sein. In Anlehnung an das Motto der Pfadfinder könnt ihr sagen: „Einmal Mini, immer Mini!“ und den Minis zum Abschied eine Art passive Mitgliedschaft schenken. Passive Mitglieder können dabei verschiedene Privilegien bekommen. Zum Beispiel die Folgenden:
Sie könnten jedes Jahr den Dienst an einem festen Tag stellen (z. B. am zweiten Weihnachtsfeiertag).
Ihr könnt ihnen die Möglichkeit einräumen, immer mit euch ministrieren zu dürfen, wenn sie im Gottesdienst sind.
Ihr könnt sie zu einem jährlichen Ereignis einladen, etwa zum Elternabend nach dem Ferienlager, zur Nikolausfeier oder zu anderen Festen der Gemeinschaft.

SO GEHT VERABSCHIEDEN:

Beispiel 1: Verabschiedung im Gottesdienst

  • Die / der Abschiednehmende darf den Dienst übernehmen, den sie / er möchte.
  • Sinnvollerweise findet die Verabschiedung nach dem Schlussgebet statt.
  • Die Minileiterin oder der Minileiter spricht ein paar Worte des Dankes. Dabei gilt: lieber persönliche Worte als ein „irischer Segen“ oder andere allgemein formulierte Texte. Neben einer klassischen Rede ist es auch möglich, den Dank als Gedicht zu formulieren oder als Lied, das alle Minis gemeinsam singen. Schließlich könnt ihr eine Bilderpräsentation mit Fotos der / des Abschiednehmenden zeigen.
  • Bittet den Pfarrer oder die / den Vorsitzende / -n des Pfarrgemeinderats darum, kurz „Danke“ zu sagen.
  • Achtet auf Folgendes:
    • Sprecht die Verabschiedung mit dem Priester ab.
      Fragt ihn, ob es möglich ist, die Predigt etwas kürzer zu halten, damit der Gottesdienst nicht zu lange wird.
    • Teilt über das Pfarrblatt oder den Gottesdienstanzeiger der Gemeinde im Vorfeld mit, dass eine Verabschiedung stattfindet. Dann können die Mitfeiernden sich darauf einstellen.
    • Die Elemente der Verabschiedung sollten so gewählt sein, dass sie in den Gottesdienst und den Kirchenraum passen. Alberne Spiele können viel Spaß machen, an diesem Ort aber als störend erlebt werden.
    • Die Verabschiedung sollte zehn Minuten nicht übersteigen.

Beispiel 2: Verabschiedung einer langgedienten Gruppenleiterin innerhalb einer Gruppenstunde

  • Ankommen: Alle Minis und ein / eine Vertreter / -in des Seelsorgeteams / des Pfarrgemeinderats treffen sich, auf Stehtischen stehen Fruchtgummis und Chips, jede Person bekommt einen alkoholfreien Cocktail. Es läuft Musik im Hintergrund. An den Wänden hängen Fotos der Gruppenleiterin aus ihrer Mini-Zeit.
  • Begrüßung: Eine Leitungsperson begrüßt die Anwesenden, speziell die langgediente Gruppenleiterin, alle stoßen an.
  • Spiel zum Einstieg: „Alle die …“
    Alle sitzen im Kreis, eine Person steht in der Mitte.
    Sie benennt Eigenschaften, indem sie zum Beispiel sagt: „Alle, die heute nichts gefrühstückt haben.“
    Nun müssen alle, auf die das zutrifft, aufstehen und die Plätze tauschen. Die Person in der Mitte versucht, dabei einen Platz zu ergattern.
  • Nach mehreren Runden ist eine Leitungsperson „zufällig“ zu langsam, steht in der Mitte und sagt „Alle, die heute verabschiedet werden.“
  • Überleitung und Verabschiedung:
    Aus dem Stuhlkreis wird ein Halbkreis, die Hauptperson sitzt am Rand des entstandenen Freiraums, der Bühne. Es folgen die Programmpunkte:

    • Persönlich geschriebenes Abschiedslied der Minigemeinschaft
    • Abschiedsworte einer Leitungsperson
    • Abschiedsworte der Person aus dem Seelsorgeteam / des Pfarrgemeinderats
    • Überreichung Geschenk
    • Abschiedsworte der Gruppenleiterin
  • Gemeinsames Essen
  • Spiel zu Abschluss: Lieblingsspiel der Gruppenleiterin
  • Gemeinsames Aufräumen
  • Aftershowparty der LeiterrundeVerabschiedungs

Quelle: Minibörse. Ideen für die Ministrantinnen- und Ministrantenpastoral, Verlag Haus Altenberg, Ausgabe Nr. 4, 2016.